|
|
Kybernetisches Management hebt sich von den funktionalen und linearen Betrachtungen der Betriebswirtschaftslehre ab. Es geht davon aus, dass die Ergebnisse des Handelns von der Struktur, den Regeln und den Interaktionsmustern der Teilnehmer abhängen. Dabei lässt es sich vom prozessorientierten Wandel leiten und unterstützt eine
kreislauf- und rückkopplungsorientierte Kommunikation zwischen den Mitarbeitern. Entscheidend für die Anwendung des kybernetischen Management ist, dass es eine methodische Grundlage für das Handeln liefert. Denn heute geht es im Management nicht um Komplexitätsreduktion, sondern um das Verständnis komplexer Zusammenhänge, vor allem
im Kommunikationsverhalten. Das Lösen von Problemen erfordert, dass das lenkende System mindestens dieselbe Varietät besitzt wie das zu lenkende System. Bei ökologischen und sozialen Systemen führt eine Spezialisierung der Teile zu abnehmender Vielfalt. Deshalb sind die meisten BWL-Fakultäten, wie auch diejenige in St. Gallen, heute
nicht mehr in der Lage, eine nützliche Management-Ausbildung anzubieten.
|